Obwohl heute erst Tag vier unserer fünftägig geplanten Radtour ist, scheint dies unser letzter Morgen während der Tour zu sein. So stehen wir pünktlich um 8:15 Uhr auf, und setzen uns an den gefüllten Frühstückstisch. Hier wird der Unterschied zwischen Pension und Jugendherberge deutlich, denn selbst wenn Jugendherbergen ähnlich viel bieten, ist der Tisch im Normalfall nicht derart voll gedeckt.
4.Tag – Tagesplan
Fahrradfahrt von Bad Hönningen über Köln (ca. 80km) nach Düsseldorf (gesamt: ca. 120km)
Nach dem Frühstück und dem erneuten Zusammenpacken sämtlicher Sachen machen wir uns hoffnungsvoll auf den Weg. Irgendwo hat irgendwer angeblich ein Fleckchen blauen Himmel gesehen, und – "es kann ja noch besser werden". Den Rat unserer Vermieterin folgend wechseln wir noch im selben Ort mit Hilfe der ansässigen Fähre die Rheinseite, woraufhin wir uns in Bad Breisig befinden. Aus einem anderen Bericht war zu entnehmen, dass in Bad Breisig dauerhaft irgendetwas auf dem Fahrradweg war, entweder hatte sich ein Cafe ausgebreitet, oder eine Prozession o.ä.. Diesmal schienen wir Glück zu haben.
Leider blieb es bei dem Schein. Am Ende des Ortes mussten wir feststellen, dass der Radweg aufgrund von Bauarbeiten gesperrt war. Folglich blieb uns nichts anderes übrig, als einen kleinen Umweg zu nehmen, der uns durch ein paar Straßen des Ortes und schließlich auf einen Feldweg führte.
Nach kurzer Nachfrage bei Eingeborenen erfuhren wir aber, dass wir auf diesem Weg auch den Rhein-Radweg wieder erreichen könnten, weshalb wir uns wieder in Bewegung setzten.
Im Laufe der weiteren Strecke begegnete uns dann auch die Ahrmündung, bzw. der Ahrradweg, der uns schon von einer früheren Tour bekannt war. Der weitere Weg zeichnete sich durch genaue Beobachtung der Rhein-Kilometer aus (Leonie war sich sicher zu wissen, welchen Rheinkilometer Benrath habe), wodurch wir unser Projekt zum Erreichen Düsseldorfs besser einschätzen konnten. Die Strecke selbst entwickelte sich ganz nett, und war auch noch von einigen Ereignissen bereichert.
Zum Einen begnete uns eine Radfahrerin, die ebenfalls rheinabwärts fuhr, allerdings minimal langsamer als wir. Unsere Bemühungen, sie zu überholen wurden dadurch belohnt, dass sie kurz darauf wieder an uns vorbei zog (Leonie sagte mir später, sie hat sich zu dem Zeitpunkt meinen Gesichtsausdruck vorgestellt. Ich glaub ich lass das aktuell mal lieber..). Da wir dies nicht auf uns sitzen lassen konnten, und sie dazu auch ziemlich schnell wieder stark nachließ, überholten wir sie wieder, und hielten unsere Geschwindigkeit wie auch vorher konstant. Was aber nichts half, es waren kaum ein paar hundert Meter vergangen, da zog ein gemächlicher Schatten links an uns vorbei und setzte sich wieder vor uns. Um diesmal nicht den gleichen Fehler zu machen, hängten wir uns in einer Reihe zügig in ihren Windschatten, und zogen in einem geeigneten Moment mit einen freundlichen *klingel* vorbei. Leider hat keiner die Worte verstanden, die sie mir noch hinterher warf.
Ereignis zwei war weniger spektakulär, und behandelte primär den Versuch vierer offensichtlich jugendlicher Figuren durch Laufen Sport zu betreiben. Da dieses Ereignis während unserer ersten Pause statt fand, hatten wir damit ein weiteres lustiges Unterhaltungsthema. Lästern macht halt doch irgendwie irgendwo Spaß 8).
Eine Weile später trafen wir im Kölner Industriegebiet Nord ein. Die Fahrt hierdurch war faszinierend, wenn wir auch befürchteten, dass der mittlerweile hin und wieder vom Himmel kommende nasse Stoff weniger Regen als irgendwelche Giftstoffe waren.
Doch auch das Industriegebiet war nicht unüberwindbar, und noch eine Weile später, und dank etwas stärkeren Regens eine etwas längere Pause unter einer Brücke später kamen wir in Köln Zentrum an. Da es wieder begonnen hatte zu regnen, suchten wir uns ein schattiges Plätzlichen, dass netterweise neben der Sonnenschutz-Eigenschaft auch gleich noch den Regen abhielt. Dieses fanden wir auf einem der Sockel der Außenexponate des römisch-germanischen Museums. Hier legten wir die zweite größere Pause ein, bevor sich die Hälfte der Tourteilnehmer verabschiedete.
So setzen Jan und ich die Tour alleine fort, und machten uns über die Eisenbahnbrücke auf, den Weg rechtsrheinisch weiter zu begehen. Unser untrüglicher Spürsinn führte uns auch direkt wieder auf den richtigen Weg, der auf einer Landzunge mitten zwischen Hafenbecken und Rhein endete, aber glücklicherweise durch das erklimmen einer nahe gelegenen Brücke nicht ganz sinnlos war. Bald darauf erreichten wir die Mühlheimer Brücke, bis zu der wir (und Leonie) schonmal bei einer eintägigen Tour vorgedrungen waren.
Die Tatsache, dass uns ab hier der Weg theoretisch bekannt hätte sein sollen, erwies sich jedoch als Fehlschluss, und so brauchten wir auch drei Anläufe (und damit zwei Sackgassen) um den Weg um das Leverkusener Bayer-Gelände erfolgreich zu finden.
Die Strecke danach war uns glücklicherweise sehr gut geläufig, und so setzen wir unseren Weg zügig fort. Dies hielt leider die sich ansammelnden Wolkenmassen nicht davon ab, uns in der Gegend Leverkusen-Rheindorf mit einem Schauer zu begrüßen, der gewisse durchdringende Effekte an der Kleidung hatte. Interessanterweise kam danach die Sonne raus, und wären wir nicht beide erst kurz vorher der Wolke begegnet, so wäre es sicherlich ein angenehmes Wetter gewesen.
Doch schon nach einiger Zeit zeigten sich die nächsten Wolken, die zwar vor uns (Richtung Hellerhof) flohen, aber auch von wieder anderen Wolken ziemlich zielstrebig verfolgt wurden. Glücklicherweise konnten wir dem drohenden Regenschaur aber wenigens hier noch entgehen. Wie ich ebenfalls bei der Ankunft erfuhr, waren wir auch dem kurz vor uns zu besuch gewesenen Hagelschauer entkommen, der sicherlich noch um einiges unangenehmer gewesen wäre.
Aber letztlich war unsere Fahrradtour damit statt der fünf geplanten Tage schon einen Tag früher ausgegangen, was aufgrund der Wetterlage vermutlich eine glückliche Lösung war.
4. Tag – Resümee
Ankunft in Düsseldorf: 18:30 Uhr
gefahrene Strecke 75km bis nach Köln; 110km bis nach Düsseldorf
Impressionen
Keine Reaktion zu “Mosel-Rhein Tour – Tag IV”