Heute war mal wieder ein wunderbarer Tag, um sich ein wenig Kultur zu gönnen. Interessant war in dieser Richtung das Rheinkultur Festival in Bonn, bei dem u.A. Schandmaul und Schelmisch auftraten.
Trotz entgegengesetzter Ratschläge nahmen wir zum Zwecke des Erreichens des Veranstalungsortes ein sogenanntes Auto. Dies erwies sich auch als gar nicht so ungünstig, da die dort anwesende Straßenbahn unter einer leichten Überfüllung leiden musste.
Auch die Parkplatzsuche war nicht ganz so anstrengend, schließlich war auf der anderen Rheinseite schon nach ca. 5 Minuten ein kleiner Platz gefunden, der ganz offensichtlich als Parkplatz ausgewiesen war, wenn er auch wohl eher für einen Smart gepasst hätte als für einen Corsa.
Das Betreten des Festivalgeländes selber war leider nur unter der Bedingung erlaubt, maximal einen Liter Wasser im Tetrapack mit sich zu führen. Dies führte zu zwei voneinander unabhängigen Problemen:
a) Wo zum Geier gibts es Wasser in Ein-Liter-Tetrapacks
b) Wenn schon nicht Wasser – warum sind die anderen Tetrapacks immer mindestens 1,5 Liter groß?
Trotzdem versuchten wir, mit lustigen kleinen Plastikfläschen in das Gelände einzudringen, was leider nicht gestattet wurde.
Dies führte zu zwei voneinander unabhängigen Feststellungen:
a) Ich hätte nie gedacht, das ein Liter Apfelsaftschorle (kurzfristig) derartige Bauchschmerzen bereiten könnte.
b) Die deutsche Version von “vom Tellerwäscher zum Millionär” ersetzt den Tellerwäscher eindeutig durch Pfandsammler. Ich hab noch nie jemanden mit mehreren Säcken voller Pfandflaschen durch die Gegend rennen sehen. Und das waren schließlich noch die kleinen Geschäftsleute.
Für 16:05 Uhr begaben wir uns Richtung rote Bühne, um festzustellen, dass Schelmisch doch erst um 16:35 Uhr starten sollte. Allerdings traf ich dort ein paar Maschinenbauer, mitunter sogar eine Maschinenbauerin, von deren Existenz ich bisher nichts wusste
.
Das Schelmisch-Konzert selber war ganz interessant, auch wenn ich immernoch nicht so ganz der Fan bin und vermutlich auch nicht werde.
Der Grund, warum die Anwesenheit bei Live-Konzerten einfach besser ist als der Download auf ominösen Seiten Musikportalen, war hier eindeutig eine kleine Strip-Einlage von Daphne (hoffe, ich hab ds richtig verstanden), oder auch Luzi das L.
Ein Grund dagegen waren die leicht angetrunkenen Wesen hinter uns.
Danach ging es weiter zur blauen Bühne, wo wohl eine der größten Bands dieses Festivals auftreten sollte: Schandmaul. Schon ziemlich früh war es dort recht voll, aber glücklicherweise konnten wir uns noch einen ganz angenehmen Platz raussuchen. Die Leute schienen brauchbar zu sein, die Sicht akzeptabel, und die Musik sowieso gut.
Vor dem Auftritt lernten diejenigen, denen das Prozedere unbekannt war, während eines Tests der Mikrofone (ich würde behaupten das sollte es ursprünglich sein) noch ein wenig über das Prozedere der Stimulation speziell eines männlichen Körperteils unter Zuhilfenahme entweder “der rechten oder linken Hand”. Das Ganze in Gedichtform gepackt wirkte wirklich sehr poetisch.
Danach begaben wir uns eine Stunde lang in die Sklaverei, denn wie wir erfahren mussten “gehörten wir” Schandmaul. Eigentlich bin ich ja echt kein Fan von Sklaverei, aber hier kann man es durchaus mal akzeptieren. Auch die Vorstellung selber war gut, wenn ich mir doch gewünscht hätte, es wäre etwas mehr Aktuelles dabei gewesen. Und wenn der Zigarettenrauch, die Hitze und die Enge nicht gewesen wäre, hätte es auch fünfmal so lang sein können. War aber nicht. War trotzdem zu kurz.
Da das der eigentlich relevante Teil des Tages war, verbrachten wir noch einige Zeit entspannend und Skat-spielend auf der Wiese, bevor wir uns an der mittlerweile noch dichter gepackten U-Bahn-Station über die Brücke zum Auto und dann auf den Heimweg machten.
Um den Tag rein kulturell noch etwas aufzuwerten, beschlossen wir ihn in einer Runde Munchkin enden zu lassen.
Und bevor irgendjemand trotz allem noch fragt: Nein, es ist kein Fehler. Es ist reine Absicht!
(Gute Nacht / Guten Morgen)
2 Reaktionen zu “Reinkultur Bonn”
mindsskype
Kommentar verfasst am 6. Juli 2008 um 09:03 Uhr
War ja klar, dass du das poetisch fandest^^
Schrottfresse
Kommentar verfasst am 6. Juli 2008 um 11:06 Uhr
Es war ein geiler Tag. Punkt.