Sehr geehrte/r Bahnmitarbeiter/in,
im Rahmen eines Ortswechsels von Düsseldorf (Süd) nach Aachen habe ich heute – wie auch sonst öfters – die Bahn benutzt. Zwecks Kontrolle der Fahrtzeiten und eventueller Verspätungen nutzte ich die Onlineauskunft, welche mir mitteilte ich könne meinen Bahnhof um 20.19 Richtung Leverkusen-Mitte verlassen, wo ich dann den RE 1 nach Aachen nehmen könnte.
So machte ich zeitig mich auf den Weg und erreichte – pünktlich – gerade die S6, welche ebenso pünktlich den Bahnhof verließ. So dann widmete ich mich also der Kunde der Werkstoffe und versuchte in dem Buch zu versinken, was mir aufgrund der wahnsinnigen Spannung eines Lehrbuchs nicht gelang. So kam es auch, dass ich die Durchsage des Bahnführers, dass dieser Zug aufgrund einer Baustelle bereits in Langenfeld-Rheinland ende, nicht verpasste. Es gäbe einen Ersatzverkehr nach Leverkusen-Mitte.
Etwas missmutig verließ ich also den Zug und setzte mich in den (leicht verspäteten) Bus. Dass ich es nicht mehr schaffte, vor der Abfahrtzeit des REs in Leverkusen-Mitte an zu kommen versteht sich von selbst. Nebenbei lernte ich, dass sich Busse nicht sonderlich gut zum Lesen und hervorheben von Textstellen eignen.
Aber nichts desto trotz, ich war in Leverkusen, wo sich mir die Möglichkeit bot die Anschluss-S6 nach Köln zu nehmen. Mangels Alternativen beschloss ich, dass mir diese Variante gefallen müsse, und machte mich auf das dritte Teilstück meines Weges.
S-Bahnen eigenen sich auch nicht sonderlich gut zum Rechnen.
Die Zeit verging, und man mag es kaum glauben, aber irgendwann war es tatsächlich so weit, dass ich Köln erreichte. Dort ausgestiegen hörte ich sofort eine innere Stimme, welche mir in der Tonlage eines Fremdenführers verkündete, dass ich zu meiner Linken die Ausfahrt des RE1 nach Aachen beobachten könne, ein Ereignis welches nur stündlich stattfindet.
Fasziniert folgte ich also dem langen und beschwerlichen Weg die Treppen herunter, und führte ein kurzes, aber ernstes Gespräch mit einem Automaten, welcher mir verkündete ich könne eine S-Bahn nach Düren nehmen und von dort mit dem RE 9 nach Aachen. Oder natürlich nochmal 30 Minuten warten, und direkt von Köln aus mit einem RE durch fahren. Ich wählte erst den 50:50 Joker, und dann die S-Bahn.
Den Rest der Strecke zu beschreiben wäre relativ unspektakulär, wenn man davon absieht, dass ich Dörfer gesehen habe deren Existenz mir nicht bekannt war, und bei denen ich mir nicht sicher bin, ob sie je ein Mensch zuvor gesehen hat.
Das Ergebnis war also letztlich, dass ich nach 4 mal Umsteigen und 5 Streckenabschnitten um ca. 22.50 Uhr in Aachen an kam.
Nun stellt sich mir die Frage: Wäre es eigentlich so schlimm gewesen, einfach anzugeben, dass ich mit der S-Bahn nicht nach Leverkusen komme? Denn meines Wissens treten Baustellen selten spontan als Ergebnis einer schlechten Wetterlage oder nach Depressionen auf, so dass sie durchaus berechenbare Faktoren sind…
Mit freundlichen Grüßen
4 Reaktionen zu “Liebe Bahn…”
Alex
Kommentar verfasst am 18. Mai 2009 um 07:17 Uhr
Baustellen sind berechenbare Faktoren, aber S-Bahnen eignen sich eben nicht besonders gut zum Rechnen…
Astrodan
Kommentar verfasst am 20. Mai 2009 um 21:33 Uhr
“Sehr geehrter Herr [...],
vielen Dank für Ihre E-Mail.
Ich bedauere die Ungelegenheiten sehr, die Sie bei Ihrer Fahrt am 17.05.2009 hatten und entschuldige mich für die aufgetretenen Unannehmlichkeiten.
Die Deutsche Bahn will die vom Kunden erwartete Leistung zuverlässig und in guter Qualität erbringen. Allerdings gelingt uns das als schienengebundenes Verkehrsmittel nicht immer, wie die Betriebsstörung an Ihrem Reisetag zeigt.
Verspätungen oder Zugausfälle lassen sich aufgrund technischer, menschlicher, Einflüsse Dritter oder witterungsbedingter Einflüsse nie ganz ausschließen
Ihren zukünftigen Fahrten wünsche ich einen angenehmen Verlauf.
Mit freundlichen Grüßen
DB Regio NRW GmbH
Kundendialog DB Regio NRW”
Was eine langweilige Antwort..
Langenfeld (Rheinland) - Blog - 18 May 2009
Pingback verfasst am 20. September 2009 um 12:59 Uhr
[...] Liebe Bahn – Mein Blögchen für alles! [...]
baffi
Kommentar verfasst am 24. September 2009 um 05:03 Uhr
Und das nenn die dann frecherweise Dialog.