Aufgaben:
An einem Denkmalgeschützten Turm müssen Restaurierungsrabeiten vorgenommen werden. Das Dach soll neu gedeckt werden und laut den neuesten Sicherheitsrichtlinien muss eventuell auch ein Schneefanggitter montiert werden. Der Turm hat eine Gesamthöhe von 21,6 m. Sein Dach hat die Form einer senkrechten Pyramide mit einer Höhe von 2 m.
Die Eckpunkte des Grundquadrats der Pyramide befinden sich in der x1-x2-Ebene und haben die Koordinaten
A (0;0;0)
B (b1;b2;b3)
C (6;6;c3)
D (d1;d2;d3)
Die Pyramidenspitze S hat die Koordinaten
S (3;3;2)
a) Ergänzen Sie die fehlenden Koordinaten der Punkte B, C und D.
Auf welcher horizonatlen Ebene E steht der Turm?
Welcher Maßstab wird hier verwendet?
b) Wie groß ist die gesamte Dachfläche?
c) Die Dachneigung ist ausschlaggebend für die Notwendigkeit von Schneefanggittern. Ist sie größer als 30°, so muss ein Gitter montiert werden. Berechnen Sie, ob ein Gitter angebracht werden muss!
d) Entscheiden Sie, ob im Inneren des Daches vom Punkt C aus eine zur Kante [AS] orthogonale Stützstange eingebaut werden kann.
e) Um sich einen besseren Überblick zu verhschaffen, geht ein Bauarbeiter, dessen Augenhöhe 1,60 m beträgt, vom Turm aus rückwärts. Seine Augen bewegen sich dabei auf der Geraden:

Welche Entfernung hat der Bauarbeiter von der ihm zugewandten rechteckigen Fläche des Turms in dem Augenblick, in dem er die Turmspitze zum ersten Mal sehen kann?
Lösungen:
Da wir uns in der x1-x2-Ebene befinden, wissen wir, dass die x3 Koordinate in jedem Punkt 0 ist. Weiterhin haben wir durch den Punkt C die Änderungen auf der x1 und x2 Achse gegeben, bzw. können sie Alternativ auch aus dem Punkt S herleiten, der in der Mitte des Quadrats liegen muss. Damit erhalten wir für die Punkte B und D:
B (0;6;0)
D (6;0;0)
Der Maßstab ist hierbei 1:1, d.h. eine Einheit im Koordinatensystem entspricht einem Meter. Dies kann man daran erkennen, dass das Dach laut Aufgabe 2 m über der Dachgrundfläche liegt, und wir bei den Punkten eine Änderung von x3 um 2 Einheiten haben. Die horizontale Ebene E, auf der der Turm steht, befindet sich 21,6 m unter der Turmspitze, wodurch wir die x3-Koordinate einfach um 21,6 verringern müssen, um einen Punkt in dieser Ebene zu erhalten. Weiterhin wissen wir, dass die Ebene horizontal ist, weswegen wir als Normalenvektor der Ebene einen senkrechten Vektro (x3 = 1) annehmen können:
![E:~~~delim{[}{vec{x} - (matrix{3}{1}{3 3 {-19,6}})}{]} * (matrix{3}{1}{0 0 1}) = 0 E:~~~delim{[}{vec{x} - (matrix{3}{1}{3 3 {-19,6}})}{]} * (matrix{3}{1}{0 0 1}) = 0](http://blog.kraeuterbruederchen.de/wp-content/plugins/wpmathpublisher/img/math_965_a3f2cd5c19a2301eeac19e213d818259.png)
b) Die gesamte Dachfläche besteht aus 4 gleich großen Dreiecken. Folglich reicht es die Fläche eines Dreiecks zu bestimmen. In diesem Beispiel berchne ich die Fläche ASD.
Die Grundseite AD hat eine Länge von 6 m.
Für die Höhe können wir folgende rechnung machen:
Wir kennen die Spitze durch den Punkt S. Weiterhin können wir die Mitte der Grundseite berechnen:

Bilden wir die Entfernung dieses Punktes von der Spitze erhalten wir den Vektor:


Die Länge dieses Vektors ist




Damit hätten wir auch die Höhe, und können nun die Fläche des Dreiecks ausrechnen:



Diese Fläche haben wir nun 4 mal, wodurch sich schließlich ergibt:



c) Wir benötigen hier den Winkel zwischen dem vektor der Ebene und einem Vektor von der Mitte einer Dachseite zur Spitze. Als Mitte wählen wir hierbei wieder

Wodurch sich der Vektor zur Spitze von

ergibt. Als Ebenenvektor brauchen wir nun einen Vektor, der in der selben x3 – Ebene verläuft wie der Vektor MS. Dies ist in diesem Fall
,
wie sich leicht aus der Zeichnung ersehen lässt. Da wir hier diese Vektoren Stellvertretend für Geraden haben, können wir nun den Winkel zwischen den beiden Vektoren mit Hilfe des cosinus ausrechnen:






Daraus kann man sehen, dass der Winkel größer als die angegebene Grenze von 30° ist, weswegen Schneefanggitter befestigt werden müssen.
d) Um diese Aufgabe zu lösen bilden wir zuerst eine Ebene, die die Kante [AS] als Normalenvektor hat und C als Punkt:
![E:~~~delim{[}{vec{x} - (matrix{3}{1}{6 6 0})}{]} * (matrix{3}{1}{3 3 2}) = 0 E:~~~delim{[}{vec{x} - (matrix{3}{1}{6 6 0})}{]} * (matrix{3}{1}{3 3 2}) = 0](http://blog.kraeuterbruederchen.de/wp-content/plugins/wpmathpublisher/img/math_965_ddd9b0245ff36a4c834ce910173af93b.png)
Jetzt können wir den Schnittpunkt der Gerade, die durch A und S verläuft mit der Ebene bestimmen, um herauszufinden an welchem Punkt die Stütze ansetzten würde. Die Gerade g lautet hierbei:

Die Ebene in Koordinatenform umgeformt lautet:

Jetzt können wir die Gerade und die Ebene gleichsetzten







Dadurch erhalten wir beim Einsetzen:


Dieser Punkt liegt aber nicht mehr auf der Strecke zwischen A und S, weswegen der Stützpfosten außerhalb des Daches befestigt werden müsste. Erkennt man die Problematik dieser Sachlage, kann man schnell feststellen, dass dieser Stützpfosten nicht ohne größere Umbauarbeiten eingebaut werden kann.
e) Gehen wir davon aus, dass der Bauarbeiter am Stützvektor der Geraden e los geht, können wir hier deutlich sehen, dass er sich in der Mitte der Seite AB aufhält (x2 = 3). Die Spitze kann er dabei sehen, wenn von seinen Augen zur Spitze eine Gerade besteht, die mindestens der Geraden von S durch die Mitte der Seite AB entspricht oder noch flacher ist. Da hier nach der kleinsten Entfernung gefragt ist, müssen sich die beiden geraden entsprechen, so dass wir die Gerade von S durch die Mitte von AB benutzen können:

Nun können wir den Schnittpunkt der Gerade g und e bestimmen:

Daraus ergibt sich:


Da u gleich auch der Abstand des Bauarbeiters von der Fläche des Turms ist, bei der er losgegangen ist, können wir hieraus schließen, dass der Bauarbeiter -27 Einheiten auf der x1 – Achse marschiert ist, jetzt also einen Abstand von 27m vom Turm hat. Damit hätten wir den Abstand bestimmt. Interessant ist jetzt alerdings die Frage, ob er an dieser Stelle wirklich schon die Spitze sieht, oder ob er nicht gerade noch die Kante sieht, und die Spitze ert sehen kann, wenn er ein klitzekleines Stückchen weiter weg gegangen ist. Denn eigentlich geht sein Blick an dieser Stelle ja immernoch erst durch die Kante und trifft danach auf die Spitze – folglich ist die Kante in seinem Blick, und die Spitze verdeckt. Aber vermutlich hat der Autor dieser Aufgabe solche Spitzfindigkeiten nicht erwartet
.